{"id":490,"date":"2013-09-22T09:35:09","date_gmt":"2013-09-22T09:35:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/?p=490"},"modified":"2015-03-09T10:24:39","modified_gmt":"2015-03-09T10:24:39","slug":"die-wiederentdeckung-der-musse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/die-wiederentdeckung-der-musse\/","title":{"rendered":"Die Wiederentdeckung der Mu\u00dfe"},"content":{"rendered":"<h1 id=\"watch-headline-title\" class=\"yt\"><span id=\"eow-title\" class=\"watch-title  yt-uix-expander-head\" dir=\"ltr\" title=\"Design Power Keynote Template\"><a href=\"https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Weinflasche-Fotolia_29249432_M.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-557 alignnone\" src=\"https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Weinflasche-Fotolia_29249432_M.jpg\" alt=\"pouring wine by the fireplace\" width=\"221\" height=\"251\" \/><\/a><\/span><\/h1>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>PAUSEN DES GEISTES<\/strong> <\/span>&#8211; <em>Die Wiederentdeckung der Mu\u00dfe<\/em>.<\/p>\n<p>Mit diesem Titel ist es Ulrich Schnabel &#8211; ZEIT ONLINE &#8211; vorbildlich gelungen, die \u00abZeichen der Zeit\u00bb in Worte zu fassen. \u00abNichtstun ist wertvoll.\u00bb f\u00fchrt er aus. Doch wir haben es verlernt, weil wir nicht mehr aus dem immer schnelleren Alltag ausbrechen wollen oder k\u00f6nnen. Ulrich Schnabel hat das richtig erkannt. Dass die Grenzen zwischen Job und Privatleben zunehmend verschwimmen \u2013 dank Smartphones und mobilem Internet \u2013 d\u00fcrften die meisten schon am eigenen Leib gesp\u00fcrt haben. Um genau zu sein: 88% Prozent der Berufst\u00e4tigen sind auch au\u00dferhalb ihrer regul\u00e4ren Arbeitszeit f\u00fcr Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte per Internet oder Handy erreichbar, so das Ergebnis einer repr\u00e4sentativen Umfrage der Bitkom\u00a0 (<em>Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.<\/em>). Zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es erst gut 70 Prozent. F\u00fcr rund ein Drittel der Arbeitnehmer (29%) nimmt das sogar bereits extreme bis ungesunde Formen an: Sie sind jederzeit f\u00fcr berufliche Zwecke telefonisch oder per E-Mail erreichbar oder m\u00fcssen es gar sein (und das betrifft jetzt nicht nur \u00c4rzte im Bereitschaftsdienst, wo es ja durchaus Sinn macht). Weitere 45 Prozent der Besch\u00e4ftigten sind zumindest nur zu bestimmten Zeiten au\u00dferhalb der Arbeitszeit online \u2013 etwa abends oder am Wochenende. 15 Prozent geben an, dass sie nur in Ausnahmef\u00e4llen erreichbar sind. Was das zu bedeuten hat l\u00e4sst sich unschwer erkennen. Die Zeit der Mu\u00dfe, die Zeit f\u00fcr ein ausf\u00fchrliches pers\u00f6nliches Gespr\u00e4ch geht verloren, ja selbst die Bereitschaft sich Zeit f\u00fcr ein entspanntes Gespr\u00e4ch unter Freunden, unter Gleichgesinnten zu nehmen ist weitgehend abhanden gekommen. Wenn ich von Zeit zu Zeit mit einem guten Freund zum Mittagessen gehe, wir uns f\u00fcr ein paar Stunden vom Alltag ausklinken bis uns die (alten) Pflichten wieder rufen, dann sind das Momente der Entspannung. Momente des wirklich auf einander Eingehens, des Zuh\u00f6rens, ein St\u00fcck weit Mu\u00dfe; Augenblicke harmonischen Zusammenseins und des sich Verstehens in einer hektisch gewordenen Welt.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Z<span style=\"color: #000000;\">eitdruck und Stress ist allgegenw\u00e4rtig.<\/span><\/span> <\/strong><\/p>\n<p>Viele tun schon das Richtige. Aber offensichtlich reicht das nicht in der heutigen Gesellschaft. Wir haben einen Zustand erreicht, in dem der Einzelne versucht, seine Zeit zu optimieren. Aber es sind kollektive Vorgaben da, die den optimalen Zustand gar nicht erm\u00f6glichen. Wir wissen heute, dass die obersten Kader internationaler Firmen unter permanentem Zeitdruck stehen wegen der Dynamik der M\u00e4rkte und der Unmittelbarkeit der Kommunikationsmittel, der Zwang zur Pflege pers\u00f6nlicher Beziehungen zwecks Aufbaus von Vertrauen in dezentralen Organisationen und die Aufl\u00f6sung der Grenzen zwischen privatem und beruflichem Leben. Wo m\u00fcssen wir ansetzen? Patentl\u00f6sungen gibt\u2018s nicht. Wissen wir. Was sich jedoch festhalten l\u00e4sst, sind Erkenntnisse aus empirischen Studien: Mentaltraining und Meditieren steigern das Wohlbefinden, f\u00f6rdern die Kreativit\u00e4t und verbessern die Leistungskraft. Auch ein kurzes Nickerchen von wenigen Minuten &#8211; ein Power Nap &#8211; hat einen effektiven Erholungseffekt. Wellness-\/Wellbeeing sind weitere Aspekte. Wir brauchen sch\u00f6pferische Pausen, um uns auf sich selbst zu besinnen und wirklich neue Ideen zu entwickeln. Leistungsf\u00e4higkeit l\u00e4sst sich auch gut durch Sport aufrecht erhalten. Fazit: Jene Entscheidungen treffen, die die Energiebilanz von K\u00f6rper und Seele sichern und die Balance zwischen unseren Lebenssph\u00e4ren wahren.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">N<\/span>ichtstun ist wertvoll.<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Wenn er sich zum Mittagsschlaf zur\u00fcckzog, h\u00e4ngte der franz\u00f6sische Dichter Saint-Pol-Roux an seine T\u00fcr das Schild: \u00bbPoet bei der Arbeit\u00ab. Denn er wusste: M\u00fc\u00dfiggang ist aller Ideen Anfang. Wirklich sch\u00f6pferische Einf\u00e4lle kommen einem am ehesten dann, wenn man sie nicht zu erzwingen versucht. Das gilt beileibe nicht nur f\u00fcr die Poesie. Die Erleuchtung zu seiner Gravitationstheorie kam Isaac Newton, als er im heimischen Obstgarten versonnen einen Apfel betrachtete, (dass ihm dieser auf den Kopf fiel, ist allerdings eine Legende).<sup>1<\/sup><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><sup>1<\/sup>Zeit Online<\/p>\n<p>Den lesenswerten und hervorragend recherchierten Artikel von\u00a0Ulrich Schnabel &#8211; ZEIT ONLINE &#8211; finden Sie unter:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/01\/Die-Wiederentdeckung-des-Nichtstuns\/seite-1\">Die-Wiederentdeckung-des-Nichtstuns<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PAUSEN DES GEISTES &#8211; Die Wiederentdeckung der Mu\u00dfe. Mit diesem Titel ist es Ulrich Schnabel &#8211; ZEIT ONLINE &#8211; vorbildlich gelungen, die \u00abZeichen der Zeit\u00bb in Worte zu fassen. \u00abNichtstun ist wertvoll.\u00bb f\u00fchrt er aus. 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