{"id":2710,"date":"2026-09-06T14:27:36","date_gmt":"2026-09-06T14:27:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/?p=2710"},"modified":"2026-09-08T13:25:45","modified_gmt":"2026-09-08T13:25:45","slug":"darfs-sprachlich-etwas-mehr-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/darfs-sprachlich-etwas-mehr-sein\/","title":{"rendered":"Darf\u2019s sprachlich etwas mehr sein?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Von Duetten, Spiegeln und der kleinen Poesie auf Speisekarten<\/strong>. <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bevor der K\u00fcchenchef anrichtet, hat die Speisekarte das Gericht manchmal l\u00e4ngst herausgeputzt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Rindsfilet mit G\u00e4nseleber mag ausgezeichnet schmecken. Ein <strong>Filet de b\u0153uf Rossini<\/strong> hingegen hat bereits beim Lesen einen kleinen Auftritt hingelegt. Man sieht beinahe das weisse Tischtuch vor sich und h\u00f6rt gedanklich schon das Silberbesteck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei ist das keineswegs verwerflich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gastronomie lebt schliesslich nicht nur von dem, was auf dem Teller liegt. Sie lebt auch von Erwartung, Atmosph\u00e4re und Vorfreude. Und Sprache kann zu all dem erstaunlich viel beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach 13 Jahren in Hotellerie und Gastronomie und weiteren 13 Jahren im Tourismus ist mir diese besondere Sprache nat\u00fcrlich bestens vertraut. Mit etwas zeitlichem Abstand betrachtet, entdecke ich darin heute allerdings manches, wor\u00fcber ich schmunzeln muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn eine Speisekarte kann aus erstaunlich allt\u00e4glichen Dingen kleine Pers\u00f6nlichkeiten machen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/E70F3FA0-D7C2-4F51-B76B-56984804B4A8-1024x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2711\" srcset=\"https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/E70F3FA0-D7C2-4F51-B76B-56984804B4A8-1024x1024.png 1024w, https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/E70F3FA0-D7C2-4F51-B76B-56984804B4A8-300x300.png 300w, https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/E70F3FA0-D7C2-4F51-B76B-56984804B4A8-150x150.png 150w, https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/E70F3FA0-D7C2-4F51-B76B-56984804B4A8.png 1254w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wenn zwei Zutaten pl\u00f6tzlich ein Duett bilden<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir das <strong>\u201eDuett von \u2026\u201c<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei unterschiedliche Komponenten auf einem Teller k\u00f6nnten zun\u00e4chst einmal schlicht zwei unterschiedliche Komponenten sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber als <em>Duett<\/em> beginnen sie pl\u00f6tzlich miteinander zu musizieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch eine Spur ambitionierter wird es bei der <strong>\u201eVariation von \u2026\u201c<\/strong>. Das verspricht Vielfalt, Kreativit\u00e4t und kulinarischen Einfallsreichtum, noch bevor der Gast weiss, was genau variiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich kann dahinter grosse Kochkunst stecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es zeigt aber auch, wie wenig Worte manchmal brauchen, um aus einer Kombination bereits ein kleines kulinarisches Ereignis zu machen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Spiegel, in den niemand hineinschaut<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einer meiner Favoriten ist der <strong>\u201eSpiegel von \u2026\u201c<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Sauce befindet sich nicht einfach auf dem Teller.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht liegt <em>an einem Spiegel<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und schon entsteht vor dem inneren Auge etwas erheblich Eleganteres: grosses Porzellan, eine fein gezogene Sauce, vielleicht noch zwei akkurat gesetzte Kr\u00e4uterspitzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Handwerklich kann dahinter schlicht eine kleine Menge Sauce stehen, dekorativ auf dem Teller verteilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber sprachlich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da befinden wir uns bereits ein gutes St\u00fcck n\u00e4her an der Kunst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u201eMarktfrisch\u201c \u2013 und schon beginnt das Kopfkino<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum ein Wort schafft so schnell eine kleine Geschichte wie <strong>\u201emarktfrisch\u201c<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sehe dabei unweigerlich einen K\u00fcchenchef, der fr\u00fchmorgens pers\u00f6nlich zwischen Marktst\u00e4nden unterwegs ist, kritisch eine Tomate pr\u00fcft, mit dem Gem\u00fcseh\u00e4ndler ein paar Worte wechselt und anschliessend mit gut gef\u00fcllten Kisten in seine K\u00fcche zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann selbstverst\u00e4ndlich genauso sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Begriff selbst verr\u00e4t uns dar\u00fcber allerdings noch nicht allzu viel. Vor allem erzeugt er Bilder von Frische, Saison, Regionalit\u00e4t und N\u00e4he \u2013 und genau darin liegt seine sprachliche Kraft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Speisekarte hat also bereits eine kleine Geschichte erz\u00e4hlt, bevor der erste Teller den Pass verl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hausgemacht \u2013 ein Wort mit W\u00e4rme<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit <strong>\u201ehausgemacht\u201c<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das klingt nach Handwerk. Nach Zeit. Nach jemandem, der in der K\u00fcche etwas von Grund auf zubereitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und h\u00e4ufig wird genau das der Fall sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In anderen K\u00fcchen kann die eigene Leistung auch darin bestehen, eine vorhandene Basis weiterzuverarbeiten, abzuschmecken, zu erg\u00e4nzen und ihr die Handschrift des Hauses zu geben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr mich liegt die interessante Frage deshalb gar nicht darin, ob \u201ehausgemacht\u201c nun ein gutes oder verd\u00e4chtiges Wort ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sondern darin, <strong>wie viel Vorstellung ein einziges Wort erzeugen kann.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Und dann wird dekonstruiert \u2013 oder besser: interpretiert<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier muss ich eine kleine Beichte ablegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der <strong>\u201edekonstruierte Klassiker\u201c<\/strong> war mir bis vor Kurzem selbst kein gel\u00e4ufiger Begriff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das nach 13 Jahren Hotellerie und Gastronomie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man lernt offenbar nie aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gemeint ist damit, ein vertrautes Gericht in seine Bestandteile zu zerlegen, diese zu ver\u00e4ndern oder neu zu arrangieren. Aus Bekanntem entsteht eine andere Pr\u00e4sentation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fr\u00fcher h\u00e4tte man vielleicht gesagt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wir haben ihn auseinandergenommen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann wurde <strong>dekonstruiert<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und inzwischen begegnet einem in der gehobenen Gastronomie h\u00e4ufig eine noch feinere Sprache. Da wird ein Klassiker zur <strong>\u201eInterpretation von \u2026\u201c<\/strong>, zur <strong>\u201eVariation von \u2026\u201c<\/strong>, eine Zutat erscheint <strong>\u201ein verschiedenen Texturen\u201c<\/strong> oder Bekanntes wird neu oder modern inszeniert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gef\u00e4llt mir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn offenbar entwickelt sich nicht nur die K\u00fcche weiter \u2013 <strong>auch die Sprache auf der Speisekarte wird immer wieder neu angerichtet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob interpretiert, variiert, texturiert oder inszeniert: Das Prinzip bleibt \u00e4hnlich. Etwas Vertrautes erscheint in neuer Form.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und sprachlich ist eines ohnehin kaum zu bestreiten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eInterpretation\u201c macht auf der Speisekarte entschieden mehr Appetit als \u201eauseinandergenommen\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/B84A303D-3776-4B30-8DF1-B3A2E0F42BD3-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2712\" srcset=\"https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/B84A303D-3776-4B30-8DF1-B3A2E0F42BD3-1024x576.png 1024w, https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/B84A303D-3776-4B30-8DF1-B3A2E0F42BD3-300x169.png 300w, https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/B84A303D-3776-4B30-8DF1-B3A2E0F42BD3-1536x864.png 1536w, https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/B84A303D-3776-4B30-8DF1-B3A2E0F42BD3-500x281.png 500w, https:\/\/www.ansgar.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/B84A303D-3776-4B30-8DF1-B3A2E0F42BD3.png 1672w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine Reduktion klingt besser als Einkochen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die <strong>\u201eReduktion von \u2026\u201c<\/strong> hat sprachlich Karriere gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei steckt dahinter zun\u00e4chst einmal klassisches K\u00fcchenhandwerk: Fl\u00fcssigkeit wird eingekocht, Geschmack konzentriert sich, Konsistenz und Intensit\u00e4t ver\u00e4ndern sich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEingekochte Sauce\u201c klingt allerdings nach K\u00fcche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eReduktion\u201c klingt ein wenig nach Labor, Pr\u00e4zision und Haute Cuisine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Technik mag vertraut sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die sprachliche Wirkung ist es nicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wenn Herkunft pl\u00f6tzlich mitisst<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch wirkungsvoller wird Sprache, sobald Geografie ins Spiel kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Forelle ist eine Forelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine <strong>Zugersee-Forelle<\/strong> besitzt dagegen pl\u00f6tzlich Herkunft, Landschaft und beinahe eine kleine Biografie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim <strong>Simmentaler Rind<\/strong> entstehen ebenfalls Bilder, lange bevor wir wissen, wie der K\u00fcchenchef es zubereitet hat. Herkunft kann Heimatgef\u00fchl und Vertrauen schaffen \u2013 und damit auch den wahrgenommenen Wert eines Gerichts erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorausgesetzt nat\u00fcrlich, die angegebene Herkunft stimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann ist das keine sprachliche Mogelpackung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann ist es schlicht gute Kommunikation.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Und Franz\u00f6sisch kann es einfach<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schliesslich besitzt die Gastronomie noch eine Sprache, die seit Generationen \u00fcber erstaunliche Veredelungskr\u00e4fte verf\u00fcgt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Franz\u00f6sisch.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eRindsfilet mit G\u00e4nseleber\u201c ist verst\u00e4ndlich und ziemlich pr\u00e4zise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Filet de b\u0153uf Rossini<\/strong> hingegen betritt den Speisesaal mit Haltung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inhaltlich m\u00f6gen wir uns in derselben kulinarischen Gegend bewegen. Emotional liegen dazwischen einige Damasttischt\u00fccher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade in der Schweizer Gastronomie kommt noch die reizvolle Mischung aus Franz\u00f6sisch, Hochdeutsch und helvetischen Begriffen hinzu \u2013 vom eleganten <em>Filet de b\u0153uf<\/em> bis zum heimeligen <em>M\u00fcesli<\/em> oder einer knusprigen <em>R\u00f6sti<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und vielleicht zeigt sich gerade daran, worum es eigentlich geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gute Speisekarte darf verf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie darf Bilder entstehen lassen.<br>Sie darf Vorfreude wecken.<br>Sie darf Herkunft erz\u00e4hlen.<br>Und sie darf einem guten Gericht durchaus noch eine sprachliche Serviette umbinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Problematisch wird es erst dort, wo zwischen Wort und Wirklichkeit zu viel Platz entsteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn so kunstvoll eine Speisekarte formuliert sein mag \u2013 irgendwann kommt jener Moment, in dem s\u00e4mtliche Adjektive, Duette, Spiegel, Reduktionen und franz\u00f6sischen Veredelungen ihre Macht verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der erste Bissen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und der braucht gl\u00fccklicherweise keinen Euphemismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Duetten, Spiegeln und der kleinen Poesie auf Speisekarten. 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